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Wahl `13: Was soll ein Humanist und Freidenker wählen?

Wie ich schon im Blog „Rote Karte System“ zum Ausdruck brachte, ist unser Wahlsystem für Skeptiker suboptimal. Es war gedacht für einen „Kaiser auf Zeit“.

Was wir heute brauchen ist ein Wahl-System, das das System umdreht: Der Politiker steht im Dienst des Bürgers. Das Auswahlverfahren hat sich danach zu richten. Es geht vorwiegend um Vertrauen, wem man Macht in die Hände geben kann. Misstrauen und Skepsis ist angesagt wie die Praxis zeigt. Das Rote-Karte-System würde das berücksichtigen.

Aber das ist leider Utopie, dabei kommt es den derzeit Regierenden zugute und den neuen kleinen Parteien. Es wäre sogar langfristig die einzige Möglichkeit, für die derzeit Regierenden an der Macht zu bleiben. Nur für Populisten sieht es schlecht aus.

Unfassbar: In Österreich sind über 50% ungläubig, 10% Atheisten, aber niemand kümmert sich um diese Menschen! Im Gegenteil! Kein Politiker darf sagen, dass er ungläubig ist! Fast wie in Amerika, wo 40% an die wörtliche Auslegung der Bibel glauben. Nicht einmal der bekanntermaßen reinrassig atheistische Bundespräsident Fischer wagte es, sich offen zum Atheismus zu bekennen. Verstohlen bezeichnet er sich im Windschatten Kreisky´s als „agnostisch“.

Die durch und durch christliche Sozialisation der Österreicher hat zur Folge, dass ein  „Ritter vom Hl. Grab“ als Vizekanzler selbstverständlich ist, aber ein Atheist als Bundespräsident muss sich abducken. Die Zeiten, da sich SPÖ-Spitzenfunktionäre zu ihrer atheistischen Grundhaltung bekannt haben, wie seinerzeit ein Anton Benya, sind lange vorbei. Derzeit ist Rückgrat außer Mode. Olah fungierte als Totengräber der Idee einer bekennenden atheistischen Gemeinde: „Zum Beten brauch´ma a Kirch´n, zum Nicht-Beten brauch ma nix!“

Ich gehe hier vor, als hätten wir das RK System bereits und beginne von hinten: Bei der Hitparade des Misstrauens:

Den mühsam und hart erkämpften Status der Säkularität des Staates Österreich, hat noch vor wenigen Jahren der jetzige ÖVP Seniorenchef attackiert, indem er allen Ernstes die Aufnahme Gottes in eine Präambel in der Verfassung vorschlug. Dass eine solche Partei, die nach wie vor in Wolle klerikal gefärbt ist, für Humanisten unwählbar ist, wird nicht überraschen.  Zwar hat sich seit den Tagen des gottesstaatlichen „Prälat ohne Gnad´-“ Seipel einiges getan und an der demokratischen Gesinnung der handelnden Personen ist nicht zu zweifeln, aber die Nähe zu stammesdenkenden Couleur-Studenten sowie kritiklosen christlichen Followern aus dem ländlichen Bereich nach dem Hirte-Schaf- Muster macht ein echt demokratisches Leben eher unwahrscheinlich unter dieser Ägide.

Ähnliches gilt für die Rechts-Szene, nur um einige Potenzen stärker. Wer noch vor wenigen Jahren das Abendland mit dem Kreuz in der Hand wie weiland der schwäbische Prediger-Fanatiker Abraham a Santa Clara verteidigen wollte, der hat seinem Stammesdenken sogar ein manifestes Denkmal gesetzt. Die Entourage des Oppositionsführers gibt eher Anlass, an eine Entwicklung Österreichs unter blauer Führung in Richtung Ungarn zu glauben.

Der Todesstrafen-Einführer Stronach hat sich für alle humanistisch denkenden Menschen mit Bezug zu Menschenrechten selbst aus dem Spiel genommen.

Man sieht schon: Im Rahmen des derzeitigen Wahlsystems hat es ein Humanist und Freidenker schwer:

Die Roten wären geschichtlich an sich die Stammheimat der Aufklärer, sind aber seit den Tagen des Kardinal König mit den Katholiken auf allen Ebenen „verhabert“. Eine Unterstützung für humanistische Anliegen dürfen wir uns von ihnen nicht erwarten. Erst vor 2 Jahren hat die Regierung der Kirche ein weiteres 30 Mio.-Geschenk überreicht, das den besserverdienenden Katholiken zugute kommt und die Abwanderung von Katholiken aus finanziellen Gründen stoppen sollte. Im roten Programm liest man nichts von Trennung von Kirche und Staat.

Die einzigen, die sich dezidiert für Säkularität aussprechen, sind die Grünen. In der Praxis hat man davon aber noch wenig gesehen, außer den Auftritten der Grünabgeordneten Daniela Musiol und den Wortmeldungen eines Peter Pilz. Bei  Volksabstimmung hat sich die Grünen Chefin nicht einmal gewunden, sondern gab unumwunden zu, dass sie nicht dafür ist.

Bleiben die Neos als Alternative: Da sind zwar ein Haufen frustrierter Konservative dabei, ich denke aber, da sind keine Sympathisanten von Ex NR-Präsident Kohl und Konsorten dabei. Hätte man es gerne bürgerlicher, dann wären hier die wenigsten Minus Punkte anzubringen. Ansonsten Grün. Nicht Hingehen ist nicht unbedingt Sache der Säkularen! Ich erinnere daran, dass der Architekt der Verfassung Hans Kelsen ein Säkularer war.  Geben wir ihm die Ehre!