Aussendung d. Humanistischen Gemeinschaft d. Freidenker Österreichs v. 20.9.2017

Betrifft: Die Aussagen H.C. Straches in einer Wahlkampfrede am 16.9. 2017 „Wem das Kreuz in der Schulklasse nicht passt, der soll das Land… verlassen!“

„Damit hat H.C. Strache seine Kriegserklärung an alle Ausländer und Migranten auf die Ungläubigen dieses Landes ausgedehnt, zu denen ich mich auch zähle!“ erklärte G. Engelmayer, der Vorsitzende der überparteilichen Freidenker Österreichs und der Konfessionfreien zur APA. Laut Engelmayer greift Strache damit rund 53% der Österreicher an, die zwar zum Teil noch bei der Kirche gemeldet sind, aber sich selbst als „ungläubig“ bezeichnen.
Da für diese Menschen und vor allem für die rund 2 Mio. Konfessionsfreien die Religion Privatsache sein sollte, ist dieser Satz für Millionen Österreicher ein klar antisäkulares Statement. Der Satz rüttelt an den Grundfesten der Demokratie und des Pluralismus. Er zeigt, was Österreich zu erwarten hat, wenn Strache und seine Bundesbrüder an die Macht kommen.
In seiner grenzenlosen Simplifizierung gibt es für Strache nur den Islam und das Christentum. Dieses ist als Legitimation für europäische Werte ungeeignet. Wie der politische Islam ist auch das politische Christentum, das zwischen 1934 und 1938 in Österreich autoritär herrschte, ein gemeinsames Feindbild der Österreicher. Europäische Werte sind die Aufklärung (Demokratie, Meinungsfreiheit, Säkularität und Rechtsstaatlichkeit), die die Kirche bekämpft hat. Christliche Werte sind Keuschheit, Gottesfurcht, Demut und Armut(der Gläubigen, nicht der Kirche).

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