Vorurteile werden auch künstlich produziert

Sind alle Muslime gläubige Muslime? Nein, aber sie werden so behandelt!

Als die großen Flüchtlingsströme nach Österreich und nach Deutschland kamen, waren sie vom Augenschein her eine amorphe Masse. Man sah sie als „Flüchtlinge“ und nur als das. Zugegeben, es war keine Zeit für Anderes.

Aber die Muslime, die schon eine Zeit bei uns sind, hätte man schon längst anders behandeln können, nämlich differenziert. Was passiert? Diesbezüglich gibt es nur einen Verhandlungspartner der Regierung, die IGGiÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich). Weder sind alle Muslime bei derselben Glaubensgemeinschaft (Aleviten, Sunniten Schiiten, etc.), noch sind alle überhaupt gläubig, auch wenn sie aus Syrien oder dem Irak stammen. Wohl sind alle Muslime, weil in diesen Ländern niemand eine Wahl hat, ja der Abfall vom Glauben ja sogar eine (manchmal sogar tödliche) Bedrohung nach sich zieht. Anstatt aber den Muslimen den Westen und unsere Werte der Freiheit des Glaubens und vom Glauben schmackhaft zu machen, ihnen Unterstützung zu geben in ihrer Freiheit, indem man auch liberale Muslime fördert oder die ungläubigen Araber unterstützt und sie als „nicht-gläubige“ und daher religiös „ungefährliche“ Araber anspricht, was für manche sehr attraktiv wäre, befördert man durch die jetzig Vorgangsweise ihre Unintegriertheit als gläubige Muslime, mit all den bekannten Problemen und potenziellen Vorurteilen und Pauschalverurteilungen. Wer gläubig sein will oder muss, soll es bleiben, hoffentlich in einer unpolitischen Art. Aber wer dies nicht will, der sollte wenigstens aus der vorverurteilten Masse der Gläubigen aussteigen können und damit ein Zeichen setzen.

Minister Kurz ist daher aufgefordert, nicht eine Gruppe als Vertreter der Muslime anzuerkennen, der noch dazu nachgesagt wird, dass sie von den ultraorthodoxen Muslimbrüdern unterwandert ist, sondern auch andere, nicht-gläubige oder liberale und euro-islame Gruppen anzuerkennen und zu fördern.

Bei uns im Zentralrat der Konfessionsfreien kann sich jeder Muslim als Ungläubiger eintragen lassen. Damit wollen wir einen ersten Schritt in Richtung Integration und Aufklärung für Migranten und Österreicher mit Migrationshintergrund setzen, denn jeder der das tut, erweist sich als integrationswillig und bekennt sich zu den Prinzipien der Aufklärung, wie Menschenrechte, Demokratie und Vernunft als Lebensbasis für ein gemeinschaftliches Zusammenleben, statt irrationale Heilslehren, die Menschen auseinanderdividieren. Gegenwärtig wird das Gegenteil gefördert.

 

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3 Gedanken zu “Vorurteile werden auch künstlich produziert

  1. Gerhard Engelmayer sagt oben: »Anstatt aber den Muslimen den Westen und unsere Werte der Freiheit des Glaubens und vom Glauben schmackhaft zu machen, ihnen Unterstützung zu geben in ihrer Freiheit, indem man auch liberale Muslime fördert oder die ungläubigen Araber unterstützt und sie als „nicht-gläubige“ und daher religiös „ungefährliche“ Araber anspricht, was für manche sehr attraktiv wäre, befördert man durch die jetzig Vorgangsweise ihre Unintegriertheit als gläubige Muslime, mit all den bekannten Problemen und potenziellen Vorurteilen und Pauschalverurteilungen.«

    In Österreich sind die Probleme mit den muslimisch geprägten Zuwanderern ziemlich die gleichen wie in Deutschland. Auch unsere Politik arbeitet bevorzugt mit den konservativ-religiös orientierten muslimischen Verbänden zusammen, insbesondere mit dem Zentralrat der Muslime (ZdM) und der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion DITIB e.V. Der ZdM vertritt zwar nur 0,2 bis allenfalls 0,5% der ca. 4 Millionen Muslime (gezählt ohne die 2015 zugewanderten über eine Mill. Muslime!), sein Vorsitzender Aiman Mazyek (»Die Scharia ist mit dem Grundgesetz verträglich«) ist für mich eine schillernde Figur mit freundschaftlichen Kontakten zu den Muslimbrüdern. DITIB ist eine Organisation mit 900 Vertretungen in Deutschland. DITIB erhält ihre konservativ-religiösen Weisungen, sein Personal und sein Geld direkt von der türkischen Religionsbehörde. Der Zentralrat der Ex-Muslime zum Beispiel mit seinen honorigen Vertretern wird von der Politik links liegen gelassen.

    Dass die Herren der muslimischen Organisationen den Zustrom von Millionen von Muslimen mit glänzenden Augen willkommen heißen, verwundert nicht. Dass eine deutsche Regierung die Gefahr der Erosion unseres Gesellschaftssystems durch den massiven Zustrom von weiteren Millionen Menschen mit einem schwer integrierbaren religiösen und kulturellen Hintergrund nicht sehen will, zeigt mir, dass es ihr nicht allein um humanitäre Gründe und um den Gewinn von fehlenden Facharbeitern geht. Die Politik und die Kirchen sehen vielmehr in einer weiteren betont gelebten Glaubenslehre eine willkommene Aufwertung der Religion in unserer Gesellschaft, darüber hinaus eine Stärkung der Front gegen die verachteten, zumindest unerwünschten Säkularen und Humanisten.

    Von daher ist den einflussreichen Kirchen (und dem Gros der ihnen ergebenen Politiker praktisch aller Parteien) an der Betonung der Errungenschaften der Aufklärung – sagen wir es vorsichtig – nur sehr bedingt gelegen. Wichtiger ist ihnen für ihr Überleben in einer sich säkularisierenden Welt der neue Bündnisgenosse.

    Unsere Chancen, mehr humanistische Prinzipien und aufgeklärtes Denken in unsere Gesellschaft zu tragen, haben drastisch abgenommen und drohen unterzugehen in den kulturellen und religiösen Konflikten mit Millionen muslimischen Migranten, die jetzt bei uns einwandern. Frankreich, Großbritannien, Schweden und andere haben diese Problematik zu großen Teilen nicht bewältigt. Wir werden es genauso wenig bewältigen, zumal diese Zuwanderer jetzt massiert zu uns kommen, was deren rasche Integration in Arbeitsmarkt, zumutbare Wohnverhältnisse, in unsere Sprache und Kultur und in unser Rechts- und Verfassungssystem zusätzlich sehr erschweren wird. Unsere (deutsche) Politik hat dazu geführt, dass sich unsere Gesellschaft spaltet, rechtsextreme und tatsächlich fremdenfeindliche Gruppierungen gestärkt werden, der innergesellschaftliche Frieden erheblich beeinträchtigt und Europa wieder Gefahr läuft, in nationalstaatliche Interessengebiete auseinanderzufallen.

    1. Vielen Dank lieber Uwe Lehnert für diesen ausführlichen Kommentar! Er bestätigt mir, dass wir Humanisten ähnliche Auffassungen und Befürchtungen haben, die sich von dem linken Mainstream, aber auch sehr vom rechten abhebt. Der Grund, warum sich humanistische Grundsätze nicht durchsetzen können, liegt wohl in der unbrechbaren Macht der religiösen Bollwerke.
      Ich würde nichts sagen, wenn alle tatsächlich ideologisch hinter diesen Festungen stehen würden und aus freien Stücken diese Ansichten teilen würden. Aber das ist ja nicht der Fall! Denn de facto ist es eine zahlenmäßig kleine Clique hüben wie drüben, die die Menschen in der Tradition festhält. Der Wandel geht langsam und Rückschläge gehen schnell.
      In Österreich gibt es bereits mehr „Ungläubige“ als „Gläubige“, in Wien sind selbst eingetragene Katholiken unter 50% gefallen. Die Politik und die Medien tun jedoch so, als wäre die Situation wie vor hundert Jahren. Neuerdings spielen sogar die Wiener Sozialisten verrückt, nachdem sich herausgestellt hat, dass hunderte muslimische Kindergärten mit Steuergeld errichtet wurden, wo der Islam „unverfälscht“ unterrichtet wird, wodurch die hundertjährige Tradition säkularer Kindergärten über Bord geworfen wurde, in scheuer Bewunderung gegenüber dem Islam, der sich unantastbar und heilig geriert.
      Viktor Adler rotiert im Grab.

  2. Wann hört dieser Albtraum endlich auf? Ein Aufwachen der Regierung anhand der überall sichtbaren Abgrenzung und Spaltung vieler islamisch indoktrinierter Menschen bleibt aus, stattdessen wird der Islam hofiert und die Aufklärung schrittweise und bewusst rückgängig gemacht. Es werden nicht mal die Probleme offen diskutiert und noch viel weniger sinnvolle Lösungen.

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