Der humanistische Fußabdruck, die Willkommenskultur und der Islam

Eine ganz andere Betrachtung der Islam-Problematik, trotzdem mehrheitsfähig?

Einer der ersten Humanisten, Konrad Heresbach, gibt die Richtung vor. Er sagte angesichts der religiös bedingten Schlächtereien der Hexenverfolgungen, dass es gelte „nicht Menschen, sondern falsche Ideen auszurotten“. Auf heute übertragen hieße es, dass wir nicht Muslime verfolgen, ausgrenzen und verurteilen, sondern falsche Ideen und da gibt es im Islam eine ganze Menge:
1. Die ganze Welt gehört Allah und Muslime hätten die Pflicht, sie zurückzuerobern. Die Scharia ist das Recht, dem jeder Staat der Welt unterworfen ist. Demokratie gilt, solange die Muslime in der Minderheit sind. Islam heißt „Unterwerfung“. 2. Die „Gläubigen“ sind die Guten, die „Ungläubigen“ sind verdammt und gehören verachtet, sofern sie sich nicht unterwerfen und Tribut zahlen. 3. Glaubensfreiheit existiert nicht, Freiheit vom Glauben ist undenkbar. Atheist ist das höchste Schimpfwort von allen. 4. Mohammed ist der Prophet und ein Vorbild für alle Muslime. Aus heutiger Sicht der wissenschaftlich historisch-kritischen Methode war Mohamed jedoch ein kranker Mann, mit einer kilometerlangen Liste von Vergehen. 5. Frauen, Kinder, Juden und Homosexuelle sind minderwertig. Z.B. erben Frauen nur die Hälfte von Männern. Sie haben eigentlich keine Selbstverantwortlichkeit.
Im Christentum gibt es ähnliche Ungeheuerlichkeiten, wie die Sexualfeindlichkeit, die Faszination des Leidens und die Biegsamkeit der Wahrheit. Allerdings ist der Andrang zu den gefährlichen Ausprägungen des Christentums zumindest in Europa spärlich. Wie gefährlich eine Religion ist, hängt also weniger von ihrem Inhalt ab – der ist so und so absurd –, sondern primär vom Ernstnehmfaktor. Religionen haben unterschiedliche Tendenzen entwickelt, ernst genommen zu werden, je nachdem ob in ihnen frühe Prägung von Kindern, sowie Zwang und Gewalt eine Rolle spielen. Da steht der Islam an vorderster Front und das scheint auch seine Faszination auszumachen. In unserer Kultur nimmt niemand mehr die christliche Religion wirklich ernst, was man daran erkennt, dass in den letzten Jahren der Blasphemie-Paragraph nie mehr am Christentum, sondern nur am Islam angewendet wurde.
Christen können sich aber kaum damit verteidigen, dass sie die Religion nicht ernst nehmen, das desavouiert sie selbst. Andererseits ist das Taufscheinchristentum ein Faktum. Daher fehlt dieser Aspekt im öffentlichen Diskurs, kritische Nicht-Gläubige kommen kaum zu Wort.
Wie gehen atheistische Humanisten mit dem Islam um und worin besteht der Unterschied zur polarisierten kolportierten Meinung tagtäglich in den Medien? Wir sind weder für die undifferenzierte sogenannte „Willkommenskultur“, noch für die von Rechten betriebene Hetze. Wir sind für den „humanistischen Weg“, der die Menschen als solche behandelt wissen will, aber auch die humanistischen Grundsätze bewahrt wissen will. Um es vorwegzunehmen: Ein Patentrezept gibt es sicher nicht.
Die Parole „Menschlichkeit und Hirn eingeschaltet lassen“ berücksichtigt die ungeheure Komplexität des Themas. Kritische Menschen werden die derzeit angebotenen Lösungen schnell als „politisches Fast-Food“ einzuschätzen wissen. Beide Lösungsansätze, Zaun und Willkommenskultur, sind keine langfristigen Überlegungen, sondern Reflexe. Es gilt eher, wachsam alle Errungenschaften der Moderne verteidigen. Zu diesen Errungenschaften zählt übrigens nicht „unsere Kultur“ a la Sarrazin und Pegida. Wir betrachten es als legitimes Ziel bestimmter Bevölkerungsteile, lieber unter seinesgleichen zu leben als unter anderen Leuten. Aber Kulturen haben sich immer geändert, wurden beeinflusst, gelegentlich gehen sie sogar unter. Ich denke nicht, dass wir mit großer Wehmut die Kultur der „hohen Minne“, ja nicht einmal die der alten Griechen mit ihrer Sklavenwirtschaft zurücksehnen, denn 90 % waren Sklaven, mit hoher Wahrscheinlichkeit also auch Sie und ich. Bei einer Reproduktionsrate von nur 1,3 wird die deutsche Kultur kaum zu halten sein, Islam hin oder her. Die große Larmoyanz der Rechten sehen wir gelassen. Nicht einmal Paralellgesellschaften sind etwas Beängstigendes, sie sind allgegenwärtig und homogene Gesellschaften eher widerwärtig.
Was es in der Tat zu retten gilt, ist das Abendland, wenn man unter Abendland die freiheitlichen Werte und  versteht, nämlich dass die Menschen menschlich miteinander umgehen und nicht „wie ein Wolf mit dem anderen“ („Homo homini lupus est“). Dass sie die goldene Regel der Reziprozität beherzigen, andere Menschen nicht geringschätzen und ihr Ego nicht auf die „Geringschätzung“ der anderen aufbauen, dem anderen gleiche Rechte zugestehen und nicht mehr die Leidensfähigkeit des Mitmenschen testen. Eindeutige Fortschritte waren erst seit Beginn der Aufklärung zu beobachten, aber entgegen der allgemeinen Einschätzung stehen wir eher am Anfang dieser Entwicklung als am Ende. Politisch war es die geniale Idee des Leviathans von Thomas Hobbes, der die Souveränität des Volkes auf einen neutralen Stellvertreter, den modernen Staat übertrug, um so dem „Homo homini lupus est“ zu entgehen.
Mainstream-Überlegungen betreffen ausschließlich das „Heute“, bestenfalls das „Morgen“. Entscheidend sind aber die langfristigen Auswirkungen, dafür brauchen wir Strategien. Wir müssen also über die gesamte Wirkzeit der Einwanderung eine Handlungsweise finden und dazu gehört die Idee eines „humanistischen Fußabdruckes“, also welche Auswirkungen ergeben sich insgesamt. Dazu der libanesisch-stämmige, agnostische Ex-Muslim Siad Karim: „Wenn eine scheinbare HUMANE HANDLUNG mittel- bis langfristig zum Verlust der freiheitlichen Werte und damit zum Abhandenkommen der humanistischen Grundordnung einer Gesellschaft führt, dann ist diese eine INHUMANE HANDLUNG für alle.“
Dass man einem Kranken, in Not geratenen, einem Flüchtling hilft, ist für Humanisten eine Selbstverständlichkeit. Selbst einem Verbrecher würden wir helfen, wenn er in Lebensgefahr ist. Eine „Willkommenskultur“ ist jedenfalls etwas ganz Anderes und erinnert ein wenig an den Dummkopf, der im Facebook seine Freunde eingeladen hat, aber das Häkchen bei „öffentlich“ gemacht hat, worauf tausende ungebetenen Gäste kamen und sein Haus verwüsteten. Wenn wir ehrlich sind, ist natürlich niemand willkommen, sondern wir helfen Leuten, die in Not sind. Das ist eine ganz andere Ausgangsposition. Das Wort Willkommenskultur ist also manipulativ und verärgert beide Seiten: Die einen sehen die Willkommenskultur nicht erfüllt und die anderen wollen nicht mitmachen. Besser wir einigen uns auf Integrationskultur zur Lösung einer Flüchtlingskrise.
Integrieren kann man aus humanistischer Sicht prinzipiell nur Menschen. Was von uns aber verlangt wird, ist die Integration von weitgehend homogen agierenden Menschengruppen, die keine eigene Meinung und Eigenpersönlichkeit haben und auch nicht wollen. Der Islam hat die Besonderheit als Ideologie, als Kultur, als Partei, als Benimmregel und als Religion aufzutreten, was in unserem System überhaupt nicht vorgesehen ist, weil es per definitionem totalitär ist. Er hat das Problem der Magnetisierung der Gesellschaft, wonach viele Muslime in Kleidung, Nahrung und Sexualverhalten, ja sogar im Tagesablauf sehr gleichgeschaltet sein sollen, vor allem aber auch in ihrem politischen Denken. (Natürlich sind sie das nicht alle, weil nicht alle den Islam ernst nehmen). Das aber ist für die Demokratie etwas absolut Destruktives, da diese Herrschaftsform davon ausgeht, dass ihre Mitglieder unabhängig, nicht ferngesteuert, selbstbestimmt und informiert sind. Ein Gesellschaftsblock bildet eine „soziale Verstopfung“ der vorgesehenen dynamischen Meinungsbildung, die auf einen gesellschaftlichen Diskurs angewiesen ist. Wenn dieser gesellschaftliche Block nun noch in fragwürdiger Weise andere Vorstellungen zum Grundkonsens dieser Gesellschaft hat, ist eine Integration unmöglich, ja die Ideologie muss als politisch gefährlich angesehen werden, gefährlicher als jede rechtsradikale Bewegung. Bekanntlich haben die muslimischen Staaten und Organe bis heute nicht einmal die Allg. Erklärung der Menschenrechte der UNO vom Dez. 1948 ratifiziert. Ein „Euro-Islam“ müsste dies tun.
Solange diese Gruppe einen verschwindenden Prozentsatz ausmacht, kann man darüber hinwegsehen und die Gruppe als „exotisch“ vernachlässigen. Aber genau das ist beim Islam besonders nach der Flüchtlingsbewegung nicht der Fall. Jedem ist klar, dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, sondern deren politisch problematische Einstellung. Eine Einwanderung von Menschen ist sogar demografisch erwünscht, weil unsere Bevölkerung schrumpft. Also ist das wahre Problem anders zu formulieren: Kann man aus islamisch und damit kollektivistisch geprägten Menschen Individuen mit vernünftigen Ansprüchen und humanistischen Motiven machen?
Wenn die Gruppe völlig unauffällig wäre, würde man diese Frage als eine theoretische vielleicht abtun, dies ist bekanntlich ganz und gar nicht der Fall. Vielmehr gibt es immer wieder einzelne, gläubige oder weniger gläubige Muslime, die sich den herrschenden „Meinungsteppich“ zunutze machen und ihre verbrecherischen Aktivitäten unter stillschweigender oder lauter Billigung der Muslime quasi eine Lizenz zum Töten holen, wodurch diese Muslime zu „Mittätern“ werden. Dabei muss man immer wieder unterscheiden zwischen dem einzelnen Menschen, der selbst Opfer ist und dem System „Islam“, welches aus einer politischen Ideologie, einer Volkskultur und einer Religion besteht, die in der Lage ist, den muslimischen Menschen in nie gekannter Weise in Beschlag zu nehmen und dies noch dazu ohne Ausstiegsmöglichkeit. Es wird also wohl nicht verwundern, dass man als Humanist dieses „Geschirr“, in das die Menschen zeitlebens wie ein erbarmungswürdiges Pferd im Ringelspiel eingespannt sind, als „inhuman“ zu bezeichnen hat.
Die Menschen in dieser Situation ihren ideologischen Peinigern zu überlassen, sie in dieser Situation allein zu lassen, nicht gegen die bei uns illegalen Exitverbote, Beschneidungen und Zwangsheiraten etc. zu protestieren, den freien Willen der Menschen nicht kulturell und gesellschaftlich durchzusetzen, das Recht der Kinder auf beste Information und Vermeidung von Gehirnwäsche ernst zu nehmen, das Recht der reformwilligen Muslime auf Aufklärung, das alles ist heute noch gar nicht als Problem erkannt, vor allem nicht als das Problem der Mehrheitsgesellschaft. Anstatt dessen werden die „ideologischen Peiniger“ in kumpelhafter Weise hofiert und als Gesprächspartner der Regierung geadelt.
Die Muslime in ihrer Zuwanderung durch Gewaltanwendung zu gefährden und vielleicht sogar im Meer ertrinken zu lassen, wie dies die Rechte immer wieder vorschlägt, zeugt von Unmenschlichkeit und Phantasielosigkeit. Noch einmal: Die Menschen sind selbst Opfer, denen zu helfen ist.
Jede Pauschalierung dient nur der Polarisierung, nicht aber unserem humanistischen Weg der Differenzierung. Die totalitäre Ideologie ist nicht in allen Muslimen unauslöschlich eingeprägt, aber Experten wie der Islamwissenschafter Wilfried Buchta gehen von rund einem Drittel an Muslimen aus, die unintegrierbar sind und bleiben. Dabei wird immer wieder vergessen, dass Muslime ja nicht freiwillig Muslime werden, sondern durch Geburt, durch Mission und durch Zwang. Da kein Austritt möglich ist, wirkt das System als Falle. Die sozial-repressive Behandlung der Frau („Die Frauen sind eure Äcker“) schafft die besten Voraussetzungen für eine hohe, erzwungene Reproduktionsrate. Andererseits gibt es auch im Islam ein Kontinuum von 0% bis 100% „Ernstnehmrate“ der Religion, wobei das Maximum der Kurve nahe bei 100 % liegt, während sich beim Christentum viele am Ende der Kurve tummeln („Taufscheinchristen“).
Es wird auch für uns Humanisten ein böses Erwachen zur Folge haben, wenn wir die ursprünglich großartigen Intentionen der Kurzeitstrategie „Willkommenskultur“ auf ihre langfristige Tauglichkeit für die Gesellschaft abklopfen: Wo bleibt der Humanismus für die Frauen, die mehr und mehr der Mut verlässt, sich in gewohnter Badekleidung zu zeigen, für die Homosexuellen, die um ihre gesellschaftliche Anerkennung fürchten müssen, für Juden, nachdem endlich nach Jahrzehnten der Antisemitismus kaum mehr ein Thema war in Österreich, für die Freidenker, die wie Raif Badawi um ihr Leben und die Atheisten, die zumindest um ihre Würde fürchten müssen, da sie im muslimischen Kontext auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Leiter stehen. Dabei haben gerade die Atheisten einst die Religionsfreiheit durchgesetzt und tun es noch. Ist es klug, nachdem viele Erwachsene unintegrierbar sind, die muslimischen Kinder weiter der Gehirnwäsche von Muslimen auszusetzen, wenn wir schon wissen, welche Folgen das hat? Ist es klug, die Trennung von Religion und Staat zu gefährden, wenn der Islam sich täglich in den Medien erklären kann, während die 52% Protagonisten des säkularen Staates, die Atheisten, Agnostiker und einfach „Ungläubigen“ kaum zu Wort kommen? Wann werden wir den Mut aufbringen, den arabischen Königreichen, die zur Flüchtlingskrise gar nichts beigetragen haben, die Rute ins Fenster zu stellen und die Waffenlieferungen einstellen? Wie kommt man dazu, die Aufnahme der Flüchtlinge als rein europäisches und letztlich deutsch-österreichisch –schwedisches und nicht als Problem der ganzen Welt, insbesondere der arabischen Nachbarstaaten?
Ist es klug, die Menschen, die zu uns kommen vom Arbeiten abzuhalten und sie so den Islamisten direkt in die Arme zu treiben anstatt sie für den heimischen Arbeitsmarkt zu mobilisieren? Gleichzeitig ist es inhuman, Menschen über Jahre die Möglichkeit der Arbeit zu verweigern. Da dies unseren eigenen Arbeitsmarkt durcheinander bringt, sind hier kreative Lösungen gefragt.
Die Kirche hat bisher eine zwiespältige Haltung eingenommen: Durch die Caritas hat die Kirche einen starken Motor für ihre Daseinsberechtigung gefunden. Andererseits kommt sie in Konflikt mit ihren eher konservativen Mitgliedern. Im Zweifel wird die Kirche eine ähnliche Haltung einnehmen wie beim Streit um die Beschneidung und wird sich für die Religion und ihren Schutz aussprechen, wodurch sie im Fall des Islam zu einem Komplizen von staatsgefährdenden Umtrieben wird. Es fehlt der Mut zur echten Umsetzung des Prinzips der Trennung von Kirche und Staat. Die Kirche hängt ja am finanziellen Tropf des Staates.
Längerfristig bemerken wir also eine völlig neue Magnetisierung der Gesellschaft: nicht mehr rechts und links, sondern humanistisch und anti-humanistisch. Lassen wir alles so laufen wie es ist, wird die Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten religiös anti-humanistisch. Die Anzeichen dieses vorauseilenden Gehorsams bemerken wir schon jetzt. Was jetzt Not tut, sind klare Strategien und keine Verschleierungen mehr. Alles muss auf den Tisch! Aufklärung darüber, was wirklich los ist, in Schulen, Kindergärten, Heimen und bei der Arbeit. Klare Hilfe für die Menschen, die integriert werden müssen, aber nur unter der Prämisse, dass die Kinder in regulären, verfassungskonformen und deutschsprechenden Verhältnissen aufwachsen. Die religiösen Verbände, die vom Ausland dirigiert werden, müssten entmachtet werden und nicht mehr Gesprächspartner der Regierung sein. Keine Feindschaft mit den Menschen, sondern Kooperation mit den Menschen, die unsere natürlichen Koalitionäre sind, die liberalen, die säkularen, die westlich orientierten. Die erste – unangebrachte -Pauschalierung trifft die Regierung, wenn sie alle arabischen und türkischen Menschen primär als Muslime apostrophiert, das ist ganz und gar unangebracht. Wenn den Menschen als Menschen in ihrer Vielfalt geholfen wird, statt den religiösen Verbänden, dann sähe die Situation rasch anders aus.
Die Strategie muss darauf hinauslaufen, zu überlegen, wo unterm Strich nach 25 Jahren mehr Humanismus herauskommt. Aayan Hirsi Ali, die bekannteste Ex-Muslimin, die seit über 20 Jahren mit Polizeischutz lebt, meinte dieser Tage: „Wir müssen Dinge tun, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten!“ Die humanistische Leitlinie wäre: Nicht eine Gruppe ist zu schützen, sondern das Individuum, notfalls auch vor der Gruppe. Sämtlichen monströsen Subventionen sind öffentlich zu machen und einer öffentlichen Diskussion zu unterziehen. Der unkontrollierte Wildwuchs an islamischen Kindergärten ist unter die Aufsicht der Gemeinde Wien zu stellen, die eine große Tradition von säkularen Kindergärten hat.
Religionsunterricht ist an sich kein Unterricht und gehört durch Religionen- und Ethikunterricht ersetzt, der integrativ und für alle Konfessionen gleich ist. Das würde gleichzeitig Millionen sparen. Genauso wie die „Hetze gegen Muslime“ zu Recht angeprangert wird, muss man die Hetze gegen die Mehrheitsgesellschaft („die Ungläubigen“) sehen und ächten. Angesichts der vermuteten massiven Indoktrinierung der Kinder in diese Richtung muss speziell der muslimische Religionsunterricht und seine Auswirkungen auf die Kinder einer genauen wissenschaftlichen Analyse unterzogen werden. Noch vor wenigen Monaten stand in islamischen Religionsbüchern, dass die „Ungläubigen“ verdammt sind und „einer ewigen Strafe“ entgegensehen.
Dagegen sollte die Förderung säkularer Verbände überlegt werden und gleichzeitig der Einfluss fundamentalistischer Staaten beschränkt werden. Dazu gehört u.a. der Austritt aus dem KAIICID Vertrag und die Schließung rein muslimischer Saudi-Schulen. Alle Sitten und Gebräuche von Muslimen können respektiert werden, wenn sie zur Ausübung der Religion gehören, nicht aber jene, die gegen geltende Gesetze verstoßen, wie das Schächten oder solche, die anderen Menschen Angst machen, wie die Verhüllung der Frau. Essensnormierung nach „halal“ und „haram“ haben privat zu erfolgen. Die Religionsfreiheit ist zu respektieren, dazu gehört aber auch die Freiheit von der Religion, das bedeutet das Ende des Austrittsverbotes aus dem Islam. Der Austritt muss genauso leicht möglich sein wie beim Christentum, Repressalien sind strafbar.
Vor allem aber muss gesamtgesellschaftlich die Rolle der Religion als spirituelle Stütze des Individuums diskutiert werden. Manchen mag die Religion eine Hilfe sein, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber abseits von Regelungen und Gesetzen sollte die Gesellschaft einen Diskurs führen, wie entsetzlich hoch der Preis für diese „mentale Stütze“ geworden ist, bis hin zur Gefährdung des wichtigsten Gutes, das wir Menschen in jahrhundertelangem Kampf errungen haben, ein bisschen Freiheit und ein „kleines Fetzchen Glück“(Jean Anouilh).

Advertisements

2 Gedanken zu “Der humanistische Fußabdruck, die Willkommenskultur und der Islam

  1. Ich kann dem Beitrag von Gerhard Engelmayer nur voll und ganz zustimmen. Ich bin aber sehr pessimistisch, ob wir den Herausforderungen, die sich uns jetzt schon und zukünftig erst recht stellen, gewachsen sind. Wir haben zwei Feinde, die uns lähmen, uns zu wehren gegen eine Ideologie, die scheinheilig in einem religiösen Gewand daher kommt.

    Die Repräsentanten der christlichen Kirchen wehren jede essentielle Kritik am Islam ab. Ahnen sie doch, dass eine substantielle Auseinandersetzung mit dieser Religion auch ihre Glaubenslehre treffen würde. In beiden Fällen geht es letztlich um eine Lehre, die ihre Wurzeln in einer antiken Hirtenkultur hat. Die Kirchen sehen vielmehr in einer weiteren betont gelebten Glaubenslehre eine willkommene Aufwertung der Religion in unserer Gesellschaft, darüber hinaus eine Stärkung der Front gegen die verachteten, zumindest unerwünschten Säkularen und Humanisten.

    Der zweite Feind, der unsere Abwehrkräfte erlahmen lässt, ist die Saturiertheit einer Gesellschaft, die ihre Freiheiten und Rechte wie selbstverständlich in Anspruch nimmt, aber nicht mehr ernsthaft bereit ist, sich für ihre Bewahrung einzusetzen. Kritik am Islam im Sinne einer philosophischen und sachlichen Auseinandersetzung, wie sie über Jahrzehnte und bis heute am Christentum selbstverständlich ist, wird von politikbestimmenden Kräften und tonangebenden Medien böswillig als Fremdenfeindlichkeit gebrandmarkt und einer politisch »rechten« und rechtsextremen Ecke zugeordnet. Die Diskussion aktueller und tatsächlicher Probleme mit Zugewanderten wird scheinheilig als »durchsichtige Instrumentalisierung« abgewiesen.

    Meinungsfreiheit, eine der grundlegendsten Rechte in einer Demokratie, sieht nach meiner Auffassung anders aus. Muss man sich dann wundern, wenn immer mehr Menschen aus der politischen Mitte Parolen folgen, die aus dem rechtsorientierten Spektrum ertönen. Hinzu kommt das, was man als »politisch korrektes« Verhalten bezeichnet, eine Einstellung, die nur Meinungen für zulässig erachtet, die den offiziell verlautbarten Auffassungen zur Zuwanderung und Integration dienlich erscheinen, und alle Äußerungen zu beobachtbaren Problemen mit einer zugewanderten, politisch-gesellschaftlich agierenden Religion ignoriert, zumindest bagatellisiert.

    Gleichgültigkeit und Ignorieren von Problemen kennzeichnen eine fatale Haltung, wie sie offenbar Gesellschaften eigen ist, die einen gewissen Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht oder schon überschritten haben. Dass Hunderttausende muslimischer Zuwanderer in Deutschland (und auch in anderen europäischen Ländern!) seit Jahren in parallelen Welten mit eigenem Rechtssystem leben (siehe neueste Studie: tagesspiegel .de/justizstudie oder Spiegel-Online 10.12.15: Das Landgericht Wuppertal hält den Auftritt von Salafisten als Scharia-Polizei für legal), dass eine Reihe von muslimischen Organisationen ihre Gelder und Weisungen aus uns nicht wohlgesonnenen Ländern erhalten (z.B. erhält DITIB Weisungen, Geld und Personal aus der Türkei), dass im Untergrund islamistische Gruppierungen – von den deutschen und wohl auch österreichischen Sicherheitsbehörden nur noch ansatzweise zu kontrollieren – gegen uns aktiv sind, wird achselzuckend hingenommen.

    Berliner Schulen in den sog. Problembezirken haben in einer Klasse oft bis zu 90 Prozent muslimische Schüler. Die schulischen Ergebnisse in diesen Klassen sind so deprimierend dürftig, dass oft genug nicht einmal der Hauptschulabschluss erreicht wird. Das Deutsche Institut für Wirtschaft Berlin stellte 2009 in einer Studie fest, dass in Berlin 50 (!) Prozent der türkischen Bürger im arbeitsfähigen Alter Sozialhilfeempfänger sind, teilweise bereits in der 3. Generation hier lebend. Sie waren aufgrund fehlender Deutschkenntnisse und mangels beruflicher Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar. (Um keine ethnischen »Vorurteile« zu bestätigen, wurden offenbar neuere Studien schon gar nicht mehr veröffentlicht.) Die Arbeitsagentur meldete im August 2015, dass Migranten unter den Arbeitslosen überproportional häufig vertreten sind und dass Zweidrittel (!) der muslimischen Arbeitslosen Weiterbildungskurse abbrechen oder gar nicht antreten. Einerseits heißt es, (Die Welt am 9.12.15, Überschrift: »Syrische Flüchtlinge überdurchschnittlich gebildet«), dass 86 Prozent der Syrer Abitur oder einen Universitätsabschluss hätten (wobei die Vergleichbarkeit der Abschlüsse natürlich nicht thematisiert wird). Andererseits berichten Ifo-Forscher (FAZ 9.12.15, Überschrift: »Syrische Schulkinder haben wenig gelernt«), dass der Rückstand der jungen Syrer vier bis fünf (!) Schuljahre gegenüber Deutschland betrage und dass sie folglich die Voraussetzungen für eine Ausbildung nicht mitbrächten. 70 Prozent der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Irak hätten ihre Ausbildung, die sie vor zwei Jahren begonnen haben, abgebrochen, so das Ifo-Institut.

    Wir werden in Deutschland und Österreich jetzt Migranten in Millionenhöhe, fast ausschließlich aus muslimisch geprägten Ländern, zu integrieren haben. Mir erschließt sich nicht im Geringsten, weshalb die Integration dieser Menschen diesmal von Erfolg gekrönt sein soll. Zwar mag die Integration der Mehrheit der hier bereits längere Zeit lebenden Zuwanderer mit muslimischer Prägung im Großen und Ganzen mehr schlecht als recht gelungen sein. Aber wenn erklärtermaßen nur ein Drittel nicht bereit ist – und das ist mit Sicherheit mindestens der Fall – unsere Gesellschaftsordnung und die essentiellen Verfassungsprinzipien zu akzeptieren, dann werden die jetzt zu uns gekommenen Menschen schon rein quantitativ eine Integrationsproblematik darstellen, die große soziale Verwerfungen zur Folge haben wird. (Deren erste Anzeichen schon zu beobachten sind: Spaltung der deutschen Gesellschaft sowie des politischen Europas.) Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung stellte fest (Pressemitteilung 09.12.2013, Überschrift: »Islamischer religiöser Fundamentalismus ist weit verbreitet«), dass zwei Drittel der hier lebenden Muslime religiöse Gesetze für wichtiger halten als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Drei Viertel von ihnen finden, es gebe nur eine mögliche Auslegung des Korans. Die auf uns zukommenden Schwierigkeiten der Integration – Stichworte: Sprachprobleme, fehlende Kita- und Schulplätze bei schon jetzt fehlenden Lehrern und Erziehern, fehlende Wohnungen und fehlende Arbeitsplätze, religiöse Konflikte – werden aufgrund der begrenzten Human- und Finanz-Ressourcen zwangsläufig zu großen Enttäuschungen bei den Zuwanderern führen und daraufhin eine verstärkte Hinwendung zu den insbesondere konservativen muslimischen Organisationen bewirken. Die Folgen sind, nicht zuletzt aufgrund jahrelanger deutscher und internationaler Erfahrungen, voraussehbar.

    Ich kann nicht erkennen, dass wir auf die uns zu erwartenden Probleme wirklich vorbereitet sind. Ich sehe seitens der Mehrheit der Politiker noch nicht einmal den ernsthaften Willen, sich diesen bevorstehenden Aufgaben in realistischer Weise zu stellen, von einer ehrlichen Diskussion darüber mit der Bevölkerung ganz zu schweigen. Die Vielzahl der Absichtserklärungen stellt keinen Politikersatz dar. Insbesondere sehe ich eine fatale Gleichgültigkeit gegenüber dem Anspruch des politischen Islam, die gesamte Gesellschaft zu formieren, im Zweifel diese Zielsetzung durch Terror durchzusetzen. Der sog. Islamische Staat in seinem blutrünstigen Expansionsdrang ist weit weg und wohl nur aus Gefälligkeitsgründen den Franzosen gegenüber gewähren wir derzeit eine gewisse »aufklärende« Unterstützung. Jene hiesigen muslimischen Organisationen, die ihre Ideologie und Geldmittel aus arabischen Staaten erhalten und die hier entscheidend dazu beitragen das Feld für terroristische Aktivitäten vorzubereiten, sind unseren Geheimdiensten zwar bekannt. Ihnen das Handwerk zu legen, fehlt der politische Wille und inzwischen wohl auch die Mittel dazu.

    Wie eine verantwortliche Zuwanderungspolitik aussehen könnte, habe ich an anderer Stelle ausgeführt. Deshalb hier nur Stichworte: Finanzielle und materielle Unterstützung der Lager, die Bürgerkriegsflüchtlinge heimatnah aufnehmen, Bekämpfung der Ursachen für die Fluchtbewegungen, Unterstützung der Entwicklung der betreffenden Länder in Form kontrollierter Wirtschafts- und Finanzhilfen, Beratung beim Aufbau staatlicher und wirtschaftlicher Strukturen, faire Handelbeziehungen, Ausbildung von Führungskräften u.v.a.m. Vor allem sollte keine egoistische Ausbeutung der Fluchtgebiete durch forcierte Abwanderung der dortigen Intelligenzschicht erfolgen. Die Engagierten und Aktiven, die Politiker und Fachkräfte sind für den Wiederaufbau und den Erhalt der dortigen politischen und wirtschaftlichen Strukturen notwendig. Die Flucht- und Abwanderungsgründe bleiben sonst dauerhaft erhalten. Umgekehrt schließen die Nichtausgebildeten und Analphabeten keinesfalls die Lücke an Arbeitskräften, die hier in Deutschland für die Finanzierung der Renten der nächsten Generationen benötigt werden, im Gegenteil sie belasten die Sozialsysteme. Hilfe für in Not befindlichen Menschen schließt das Recht eines Landes nicht aus, nur die Menschen dauerhaft hier aufzunehmen, deren Profil den Bedürfnissen des Aufnahmelandes entspricht und die bereit sind, die essentiellen Prinzipien und Werte der aufnehmenden Gesellschaft zu akzeptieren.

    Ich verstehe Gerhard Engelmayers Ausführungen als Appell, die Prinzipien einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung gegenüber den muslimischen Zuwanderern offensiv (nicht aggressiv!) und selbstbewusst zu vertreten. Wie er fordere auch ich die uneingeschränkte Akzeptanz der Menschenrechte und der Prinzipien einer aufgeklärten Gesellschaft. Ein wesentliches Element der Bewahrung unserer Kultur und Lebensweise sowie Weiterentwicklung zu einer humanistischen Gesellschaft wäre die konsequente Trennung von Staat und Kirche, die leider in unseren beiden Staaten bisher nur halbherzig realisiert ist. Ich kann Gerhard Engelmayer in allen seinen ausgeführten Punkten nur zustimmen.

    Es gilt endlich aufzuwachen und den Problemen realistisch in die Augen zu sehen. Es ist wegen der gesellschaftsverändernden Auswirkungen der derzeitigen Zuwanderungspolitik mit allen Teilen der Bevölkerung ehrlich zu diskutieren, was an Hilfen hier in Europa leistbar ist, ohne die Fähigkeit und den Willen derjenigen zu zerstören, die diese humanitäre Hilfe auch zukünftig noch leisten sollen und wollen. Es ist auch deutlich klarzustellen, welche Erwartungen und welche Forderung wir auch an die Zuwanderer richten. Es ist vor allem den Gefahren entschlossener entgegenzutreten, die unserer Gesellschaftsordnung drohen, die letztlich die Basis für die Fähigkeit und Bereitschaft zur Hilfe für Menschen in Not bildet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s